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Förderverein Kolokani e.V.

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Weiterbildung für Deutschlehrer

aus Kolokani hat begonnen

 

Seit fünf Jahren lehrt Aman Camara, Deutschlehrer in Kolokani, rund 300 Schülern des Gymnasiums in Kolokani die deutsche Sprache. Bisher hatte er noch keine Möglichkeit, sich in einem deutschsprachigen Land aufzuhalten, um Hören und Sprechen zu üben.

 

Der Förderverein Kolokani hat ihn deshalb nach Deutschland eingeladen, damit er an einer Weiterbildungsmaßnahme beim Goethe-Institut teilnehmen kann. Die Reise wurde gefördert von ELAN/BINGO und dem Haßlocher Lions Club.

 

Es war seine erste Reise nach Europa. Am Dienstag, 28. September 2021, gegen 20 Uhr, kam er in Haßloch an. Zeitgleich fand die jährliche Mitgliederversammlung des Fördervereines statt. So konnten ihn die Mitglieder des Fördervereines Kolokani herzlich willkommen heißen.

 

Das zentrale Thema der Mitgliederversammlung war ein aktueller Bericht von Dieneba Bentz-Touré über Mali, den Aman Camara an der einen oder anderen Stelle ergänzen konnte.

 

Die ersten Tage verbrachte er in Haßloch. Er konnte einige Einrichtungen besuchen, die alle mit Bildung zu tun hatten: Waldorfkindergarten, Hannah-Arendt-Gymnasium und Bücherei. Auch wurde er im Rathaus empfangen und ein Ausflug nach Mannheim stand auf dem Programm. Der Besuch im Theodor-Friedrich-Haus war für ihn äußerst interessant. Das Wochenende  stand im Zeichen des 60-jährigen Jubiläums der beiden Partnerstädte Haßloch und Viroflay und Aman Camara nahm am Programm der Gemeinde teil.

 

Am Sonntag, 3. Oktober 2021 reiste er zum Goethe-Institut nach Bonn. Am nächsten Tag startete der Intensivkurs. Mittels eines Testes wurde er dem für ihn passenden Kurs zugewiesen.

Mali kommt nicht aus der Krise

Nach dem „Putsch“ sprechen wieder viele über Mali. Nicht immer wird die Situation richtig dargestellt. Deshalb der Versuch, die Abläufe der letzten Tage aus der Sicht von interessierten Maliern und deren Möglichkeiten, Informationen zu erhalten, darzustellen.

 

Zunächst ein Überblick über die zurzeit handelnden Personen:

Bah N’Daw:         Interimspräsident vom 25. September 2020 bis 26. Mai 2021, pensionierter Militär

Assimi Goïta:       Vizepräsident vom 25 September 2020 bis 25 Mai 2021, Militär
Präsident (kommissarisch) seit dem 26. Mai 2021

Moctar Ouane:    Premierminister seit dem 27. September 2020

 

Eine Woche vor der Festnahme des Präsidenten und seines Premierministers wurde die Regierung aus dem Amt entlassen. Die Gewerkschaft der malischen ArbeiterInnen streikte, weil es der Premierminister abgelehnt hatte, mit dieser Gewerkschaft zu verhandeln.

 

Nun funktionierte nichts mehr.

 

Zwischenzeitlich hat der französische Staatspräsident Macron die westafrikanischen Präsidenten zu einer Konferenz über die „Corona-Krise“ in den westafrikanischen Staaten eingeladen. Daran hat auch der malische Übergangspräsident Bah N’Daw teilgenommen.

 

Am Rande der Konferenz informierte Bah N’Daw den französischen Staatspräsidenten darüber, dass zwei Minister (Militärs), die in Russland ausgebildet wurden und noch immer gute Beziehungen hatten, Waffen in Russland bestellt hatten.

 

Jeder Malier weißt, dass Frankreich nicht will, dass die malische Armee Beziehungen zu Russland unterhält. Prompt hat auch der französische Staatpräsident Macron dem Übergangspräsident Bah N’Daw empfohlen, die beiden Militärs nicht mehr in ihre Ministerämter zu berufen.

 

Die Kabinettsliste, die am 24. Mai 2021 vorgestellt wurde, enthielt nicht mehr die Namen der beiden Militärs. Dies war der Anlass für die Verhaftung des Übergangspräsidenten Bah N’Daw und des Premierministers Moctar Ouane durch den Vizepräsidenten Assimi Goïta.

 

Die Mitglieder der Afrikanischen Union und die Mitglieder von ECOWAS kamen am 26. Mai 2021 nach Mali um in Verhandlungen zu erreichen, dass der Übergangspräsidenten Bah N’Daw wieder in sein Amt kommt – was aber nicht gelang.

 

Noch am selben Tag sind der Übergangspräsident Bah N’Daw und sein Premierminister Moctar Ouane zurückgetreten. Am 26. Mai 2021 wurde Assimi Goita kommissarischer Präsident, aber es gibt noch keine Regierung. Die Gewerkschaft der malischen ArbeiterInnen haben ihren Streik beendet, bis eine neue Regierung gebildet ist.

 

Wegen dieses erneuten „Putsches“ der Militärs wollten die ECOWAS und einige internationale Organisationen Mali bestrafen. Die BCEAO, Zentralbank der CFA-Länder drohte, ihre Tür zu schließen. In den Augen von vielen Ländern darf diese Tat von Militärs nicht ungestraft bleiben. Es ist auch ein Kampf um Posten. Zurzeit ist Mali lahmgelegt.